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Tipps zur Lokalisierung

Hier finden Sie einige allgemeine Fragen zu den Bereichen "GIL": Globalisierung (g11n), Internationalisierung (i18n) und Lokalisierung (l10n).

Warum genügt eine reine Übersetzung nicht?

Wie Sie wissen, verfügt ein Produkt, das richtig lokalisiert wurde, über das Aussehen und die Assoziationen eines Produktes, das ursprünglich für eine Zielkultur geschrieben und entworfen wurde. Nachfolgend finden Sie einige Gesichtspunkte, die zusätzlich zur Sprache in Betracht gezogen werden müssen, wenn eine Website, einen Service oder ein Produkt erfolgreich lokalisiert werden soll: Maßeinheiten, Zahlenformate, Adressformate, Uhrzeit- und Datumsformate (lang oder kurz), Papiergrößen, Schriften, Standard-Schriftauswahl, Unterschiede in der Groß- und Kleinschreibung, Zeichensatz, Tabellen mit Sortierreihenfolge, Trennzeichen für Wörter, Lokale Gesetzgebung, Vorschriften für Copyright, Datenschutz, Bezahlungsarten, Währungsumrechnung, Steuern...

Entwurf eines international zugänglichen Produkts

Indem Software-Designer und Entwickler einige Empfehlungen berücksichtigen, können Sie sicherstellen, dass Ihre Produkte so konzipiert sind, dass sie an internationale Märkte angepasst werden können und so einen reibungslosen, unkomplizierten und kosteneffektiven Lokalisierungsprozess ermöglichen. Hier sind einige Beispiele.

  • Alle Elemente der Benutzeroberfläche sollten vom Quellcode isoliert werden.
  • Benutzeroberflächen und Layout müssen flexibel genug sein, damit Textverlängerungen untergebracht werden können. Texte können während der Übersetzung bis zu 100% länger werden. Eine gute Vorgehensweise wäre, Textpuffer falls möglich dynamisch zuzuteilen.
  • Wird derselbe String in unterschiedlichen Kontexten verwendet, versuchen Sie, mehrere Kopien zu verwenden, um unterschiedliche Übersetzungen zuzulassen.
  • Die Reihenfolge von Wörtern ist in jeder Sprache unterschiedlich, deswegen empfiehlt es sich nicht, Textnachrichten dynamisch zu Laufzeit zu erstellen, indem Sie beispielsweise mehrere Platzhalter-Parameter oder Stringverknüpfungen verwenden. Im Allgemeinen sollten keine Vermutungen darüber angestellt werden, wie jede Sprache Wörter kombiniert und Information interpretiert, um zu vermeiden, dass Code in der Lokalisierungsphase modifiziert werden muss.
  • Als sichere Vorgehensweise empfiehlt es sich, versteckte Funktionen und ungewöhnliche Konfigurationen, die zur Laufzeit getestet werden müssen, zu dokumentieren. Das Dokumentieren von Querverweisen kann außerdem funktionale Probleme verhindern und das Beheben von Software-Bugs rationalisieren.
  • Wenn die Informationen wie z.B. Preise, die nicht übersetzt werden können, separat aufgeführt werden, ist es einfacher, diese Informationen in der lokalisierten Version wegzulassen.
  • Bei Grafiken ist es vorzuziehen, allgemeine Symbole und Bilder zu verwenden, die nicht lokalisiert werden müssen. Das Übersetzen von Text in Bitmaps und Symbolen kann sehr zeitaufwendig sein. Falls Sie Bilder mit überlagertem Text verwenden, wird der Arbeitsaufwand geringer sein, wenn Sie Ihrem Lokalisierungs-Dienstleister Dateien mit separaten Ebenen, Details über verwendete Schriften und andere Spezifikationen zur Verfügung stellen.
  • Außerdem ist es hilfreich, Arbeiten an unterschiedlichen Dateitypen oder Projekten zu dokumentieren, um eine billigere, schnellere, sicherere und konsistentere Lokalisierung zu gewährleisten.

Lokalisierungsprozess

Der Standardprozess der Lokalisierung beinhaltet folgende grundlegende Schritte:

- Analyse und Abschätzung der notwendigen Ressourcen, Hilfsprogramme und Recherche, basierend auf dem erhaltenen Material.
- Erstellung oder Aktualisierung eines terminologischen Glossars, sowie eine kulturelle, technische und linguistische Einschätzung.
- Übersetzung und Korrekturlesen des Texts.
- Benutzeroberfläche an Textlängen anpassen.
- Lokalisierung von Grafiken, Filmen, Skripten oder anderen Medienelementen, die sichtbaren Text und Benutzeroberflächen aufweisen.
- Layout der Dokumentation.
- Kompilierung und Erstellung der lokalisierten Dateien für die Testphase.
- Linguistische und funktionale Qualitätssicherung.
- Ablieferung des Projekts.

Abhängig von Größe und Umfang des Projekts kann dieser Prozess die Koordination unterschiedlicher Fachleute erfordern: Kontenführer, Projektmanager, Übersetzer, Korrektoren, Programmierer, DTP-Fachleute und QS-Tester. Gewisse Projekte erfordern möglicherweise zusätzliche spezifische Bewertung.

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